I) Mind-Tech
Translate this page into powered by: ALTA VISTA
Kreativitätstrainingsmethoden
1. Ratio und Intuition: die zwei Aspekte kreativer Prosesse
Grob gesagt könnte man kreative Prozesse in zwei Kategorien einteilen: ratio-gesteuerte Ergebnisse und intuitiv gewonnenen Erkenntnisse.
Ratio-gesteuerte Ergebnisse sind i.a. erlernt und erzeugen ein deterministisch d.h. vorhersagbares Ergebnis während intuitive Einsichten nicht steuerbar bzw. im Ergebnis nicht vorhersagbar sind, noch scheinen sie auf eine bestimmte Weise begünstigt werden zu können,Intuitiv gewonnene Erkenntnisse werden, wenn sie zu guten Ergebnisse führen, mitunter auch als Geistesblitz oder geniale Idee bezeichnet. Sie sind somit in der Wertigkeit noch höher angesetzt als rational gewonnenen Ergebnisse, zumal sie (die Geistesblitze) nicht jeder (zu beliebiger Zeit und Menge) zu haben scheint, werden sie schlechthin als kostbares Gut angesehen.
Doch wie gelangt man zu einer intuitiven Erkenntnis,
d.h. wie kann man die (sog.) Intuition erhöhen ?RATIO -Ergebnisse entstehen durch ...
1: das Anwenden von erlernten Erfahrungssätzen
2: das Anwenden logisch rationaler Regeln
3: das Entwickeln logisch rationaler Regeln, die später angewendet werden.INTUITIIONs-Ergebnisse werden erzielt durch ...
4: das überprüfen und Verwerten intuitiver Erkenntnisse/Einsichten.
1: Erfahrungssätze:
Das Anwenden von erlernten Erfahrungssätzen bringt i.a. keine neuen innovativen Ergebnissen hervor und soll daher hier nicht weiter betrachtet werden.
2: Ratio - das Anwenden logisch rationaler Regeln:
Beim Anwenden rationaler Regeln (lösen einer Mathematikaufgabe oder systematischen Fehlersuche ) wird auf eine neue gegebene Ausgangslage ( mit vielen Variationsmöglichkeiten ) durch anwenden eins logisch rationalen Regelwerks - das vorher erlernt wurde - aus einer unübersichtlichen Ausgangslage ein übersehbares Ergebnis (Erkenntnis) erzielt, das dann dazu befähigt eine Vorgehensweise zu wählen, die zu einem gewünschten Ergebnis führt.
In gewisser Weise ist das Anwenden von rationaler Regeln einschränkend und damit nicht kreativ: D.h. es wird aus einer Lösungsvielfalt eine Lösungsmenge herausgeschält d.h. selektiert, die das gewünschte Ergebnis beinhaltet bzw. bevorzugt. Eine kreative Methode sollte in der Lage sein, zu kreieren d.h. eine Kreation zu erzeugen ( ein Gemälde oder eine Skulptur oder technisches Verfahren o.ä. ). Kreativität ist die Fähigkeit aus dem "Nichts" oder zumindest aus einer ungeordneten Ansammlung ein geordnetes, sinnvolles Ganzes zu schaffen, zu schöpfen (-> Schöpfung, Evolution) also Kreation zu gestalten. Kreativität ist die Kompetenz eines Teilhabers neue, nie zuvor gebildete, sinnvolle Strukturen zu bilden.
4: Intuition - verwerten intuitiver Einsichten.
Heureka: Von Archimedes wird berichtet, daß er die Methode zur Bestimmung bzw. überprüfung des spezifischen Gewichtes und damit Goldgehaltes seiner Goldkrone durch Anwendung des Auftriebprinzips in dem Moment erkannte, als er in seine Badewanne stieg. Von Friedrich August von Kekule‚, dem Entdecker des Benzolrings (C6H6) wird berichtet, daß er die Strukturformel des Benzols nach längerem vergeblichen Bemühens nach einem arbeitsreichen Tag erfaßte, als er sich vor seinem Kaminfeuer niederließ und im Halbschlaf eine kleine Uruboaschlange sah, die sich selbst in den Schwanz biß.
Beide Erkenntnisse wurden offenbar in einem Moment gewonnen, als man am wenigsten damit gerechnet hatte - sozusagen plötzlich aus dem Nichts, in einem Moment der Entspannung.
Intuition ist laut Wörterbuch: Das unmittelbare, nicht deskursive ( = nicht schlußfolgernde), nicht auf Reflexion beruhende Erkennen, Erfassen eines Sachverhaltes oder komplexen Vorgangs oder ein plötzliches ahnendes Erfassen.
Bei vielen fehlgeschlagenen Kreativitätsversuchen kann erkannt werden, daß immer wieder die gleichen Wege beschritten wurden, um schließlich etwas ganz neues zu schaffen. Wie viele Versuche mag Kekule‚ bei der Ersinnung der Strukturfomel des Benzols unternommen haben, indem er immer wieder lineare Ketten aus Kohlenwasserstoffen ersann ?
Im Gegensatz zu Methode 1, 2 und 3 (die aufeinander aufzubauen scheinen) setzt die Methode 4 das
LOSLASSEN voraus - loslassen von den bisher bekannten Fakten, Daten und Regeln. Archimedes ließ ab vom Nachdenken und ließ sich in die Badewanne nieder. Kekule‚ ließ los von den Entwürfen, machte Feierabend und ruhte sich vor dem Kaminfeuer aus. Vorausgegangen war in den beiden obigen Beispielen eine etwas chaotische Phase.
Bei Werner Heisenberg, der die mathematische Lösung für die Probleme in der Quantenmechanik während eines Helogolandaufenthaltes fand, bestand die chaotische Phase im Durchstehen eines schweren Heuschnupfens als er in einem Moment des "Loslassens" die Lösung für seine Aufgabe fand. Allen drei Beispielen war vorausgegangen, daß eine zielführende Fragestellung aufgeworfen wurde. Im intuitiven Moment war die Fragestellung jedoch nicht präsent. Die Lösung wurde eher in einem Moment der Entspannung gefunden. ( -> Samadhi-Tank ich hör dir trapsen )
Den genannten intuitiven Momenten folgt eine Phase der rationalen überprüfung - oder wie sich Linus Pauling, der Nobelpeisträger, sich auszudrücken pflegte: "Zuerst hat man einen Haufen Ideen und dann schmeißt man die schlechten raus".
Ein weiterer - allerdings negativ anmutender Aspekt - ist der, daß die chaotische und nichtplanbare Phase auch eine Verunsicherung hervorrufen kann.
Um den nordamerikanischen Kontinent entdecken zu können muß man von der Vorstellung LOSLASSEN, die Erde sei eine Scheibe an deren Kante man in die Tiefe ( ins Nichts ) stürzen würde.
Man stelle sich einmal vor, Columbus hätte sein Reiseziel der Mann- schaft erst nach dem Absegeln mitgeteilt. Ein nicht geringer Teil der Mannschaft hätte wohl mit Angst vor dem Loslassen bekannter Denkmuster reagiert wenn nicht gar mit Todesangst oder hätte ihn glatt für "verrückt" gehalten und gelyncht. Von manchem an Land gebliebenem könnte er auch verlacht worden sein.
Rober Koch wurde von seinen Berufskollegen verlacht, als er seine Theorie vortrug, daß Infektionskrankheiten durch "kleine Tierchen" (Bazillen) hervorgerufen würden, die den Körper besiedelten.
Ideen, die neu sind können auch als Bedrohung erlebt werden und zwar von denen, die den neuen Ideen nicht folgen können, entweder, weil man nicht weiß, was da neues auf einen zukommen kann ( siehe Columbus) oder, weil man Not hat, das neue zu verstehen, oder weil das Festhalten an bestehenden Konzepten anderweitige Vorteile verspricht - geschweige denn, daß man die neue Idee selbst hatte, hat man mitunter auch die Not eine neue Idee nachvollziehen zu können.
Bei vielen Messen in denen Mind-Tech-Geräte ausgestellt werden, habe ich Aussteller davon berichten gehört, daß eine Reihe von Firmen Geräte für ihre Mitarbeiter zur Benutzung in den Pausenzeiten oder nach Dienstschluß gekauft haben.
Voller Bauch studiert nicht gern:
Versuchen Sie mal, eine Aufgabe zu lösen, während Sie Zahnschmerzen haben oder auf einem Spaziergang die Landschaft wahrzunehmen während sich ein kleiner Kieselstein in Ihren Schuh eingeschlichen hat und drückt ! Es dürfte einsichtig (und meßbar) sein, daß das Ergebnis in einem solchen Falle durch den Zusatzreiz negativ beeinträchtigt wird. (vgl.: M.Csikstentmihalyi: Flow, Klett-Kotta Verlag 1992)
Aber selbst unterschwellige Reize oder Aufgabenstellungen können die Wahrnehmungsfähigkeit und damit das Ergebnis beeinflussen. "Voller Bauch studiert nicht gern" sagt der Volksmund und auch geübte Meditierende wissen, daß eine Meditationsübung nicht mir vollem Bauch begonnen werden sollte. (*1) Zu solchen unterschwelligen Aufgabenstellungen gehören das Halten des Gleichgewichts, spezifische akustische Außenreize oder die Verdauungstätigkeit.Versuchen sie mal eine Aufgabe, die rationales Denken oder Kreativität erfordert zu lösen, während Sie auf einem Bein balancierend das Gleichgeweicht halten müssen und vergleichen das Ergebnis mit einem zweiten Versuch in einer entspannteren Haltung. Aber auch das aufrechte Sitzen in einem Stuhl erfordert einen gewissen Anteil an mentalen Energien, wie wir leicht beobachten könnten, wenn die Person in einen Schlaf oder eine Ohnmacht fällt. Die für die unterschwelligen Aufgaben benötigten Energien stehen für kreative Prozesse nicht mehr zur Verfügung. Das Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) konnte inzwischen durch Versuchsreihen bestätigen, daß körperliche Bewegungen (z.B. Gehen) die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt./1/
Während Zahnschmerzen oder das Balancieren auf einem Bein selbst Durchschnittsergebnisse merklich und offensichtlich beeinträchtigen, so können unterschwellige Reize und Aufgabenstellungen Spitzenergebnisse oder kreative Prozesse beeinträchtigen, bzw. das Aufheben oder minimieren der unterschwelligen Reize legt ansonsten brach liegende Potentiale frei.Das Halten des Gleichgewichts ist in der Shwerelosigkeit (im Weltraum) nicht erforderlich. Thomas Reiter, der deutsche Raumfahrer berichtet, daß ein Schlaf in der Schwerelosigkeit wesentlich erholsamer und somit auch kürzer ist. In der Schwerelosigkeit muß die Liegepositionhalt nicht mehrmals nachts korrigiert werden, da der Auflagedruck durch die Schwerkraft nicht ausgeglichen bzw. kein Gleichgewicht gehalten werden muß. Damit ist der Weg in der Schwerelosigkeit frei - oder freier - für mehr Wahrnehmung, Rekreation oder kreative Prozesse.
Ferner berichten Raumfahrer oft von einem sog. Overview-Effekt, bei dem der überblick über die Erde aus der Schwerelosigkeit besondere mentale Einsichten fördert.
Die Kosequenz daraus wäre, daß Keativbüros in einer Weltraumstation angesiedelt sein sollten. Nun wird nicht jedes Unternehmen gleich ein Weltraumbüro als Erfinderwerkstatt eröffnen wollen.
Zur Aufhebung oder Minimierung der Schwerkraft kann auch ein Wasser- bzw. Solebad dienen, bei der das salzhaltige Wasser ein ähnliches spezifisches Gewicht (und Temperatur) hat, wie der Körper. Somit käme als kleineren Variante zum Weltraumbüro auch ein Samadhi Tank, Liquid-Sound-Anlage oder Mind-Machine in Betracht.
( siehe auch: Samadhi Tank, Liquid Sound
insbesondere: Floating & Creativity )
Zu guter letzt:
Die Literatur (siehe: Bücher) berichtet von einem Trainingseffekt, d.h. wenn sie genügend häufig trainiert haben, so können Sie ( auch aufrecht im Bürostuhl sitzend ) ein erweitertes mentales Potential nutzen, während Sie in der Schwerelosigkeit aber wieder neu "Landkarten" erkunden können - wenn Sie wollen (Columbus läßt grüßen).
Zu aller Letzt:
- Ja, es gibt Solche, die den Termindruck brauchen, um sich zur Leistung aufzuschwingen, und es gibt Solche, die den Schmerz benötigen um zur Zufriedenheit zu kommen.
- Sie sollten nicht erwarten, von einem einzigen (Waldlauf/Besuch in der Schwerelosigkeit *) gleich (eine Sportskanone/genial *) zu werden.
- Personen, die sich als labil ansehen, sollten sich vor Anwendung einer Mind-Tech-Methode beraten lassen.
* : nichtzutreffendes bitte streichen.
(*1) Der optimale zeitliche Abstand von einem Mahlzeit zu einer Meditation beträgt 2 bis 2,5 Stunden, da nach dieser Zeit noch kein Hungergefühl aufgetreten ist und die unterschwellige Aufgabe der Verdauung zur Ruhe gekommen ist.
References:- /1/ Artikel in http://bildung.t-online.de/ vom 25.10.2001
- /2/ Mind Tech
- /3/ Literatur
- /4/ OA
- Java script copied from: Nicos Stawrakakis
[< < ] [ B e g i n ]
creatred/last updated: June 2001 http://www.ArensKG.de/infotext.htm